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Chanels Métiers d'Art in der Elbphilharmonie

In einer gelungenen Inszenierung zeigen Karl Lagerfeld und das Modelabel Chanel, dass der Große Saal auch als Laufsteg funktioniert.

In einer flüssig choreografierten Schau präsentierte der weltbekannte Modeschöpfer Karl Lagerfeld am 6. Dezember die »Métiers d’Art« in der Elbphilharmonie. Seit 2002 wird diese Hommage an die etwa ein Dutzend Handwerksbetriebe, mit denen das Haus Chanel für seine Kollektionen zusammenarbeitet, stets zum Jahresende abgehalten.

Nie zuvor hat eine solche Show in Deutschland stattgefunden. Hamburg ist die Geburtsstadt von Karl Lagerfeld, den Ausschlag für ihn, die »Métiers d’Art« hier zu inszenieren, aber gab die Eröffnung der Elbphilharmonie.

Métiers d'Art

Zum ersten Mal in Deutschland

In einem Défilé von 76 Mannequins und fünf männlichen Models zeigte Karl Lagerfeld für diesen Anlass geschaffene textile Kunstwerke, insgesamt wurden 87 Looks präsentiert. Die Kreationen, die zuerst gezeigt wurden, nahmen in faszinierenden Variationen in schwarz das Hafenflair auf: Seeleute, Matrosen mit Schiebermütze oder ballonartigen Kopfbedeckungen, todschicke Seemannsbräute, manche davon mit einem Trauerschleier vorm Gesicht.

Mode mit Hafenflair

Dann wurden die Roben heller, man sah herrliche Kleider und weite, schillernde Hosen in Herbstfarben, manches Gewand glitzerte wie ein gefrorener Feuerwerkskörper.

Sehnsuchtsmusik der Matrosen

Die Musik kam von der Bühne, es spielte das Ensemble Resonanz, das Residenzensemble der Elbphilharmonie, unter der Leitung von Oliver Coates.

Eingerahmt wurde das eklektische Programm von »La Paloma«, dem globalen Sehnsuchtslied der Matrosen par excellence.

Sorgfalt und Klasse

Spielort und Anlass ergänzten einander ideal: Die Exzellenz, mit der die überwiegend in Paris ansässigen Kunsthandwerks-Ateliers wie Lesage (Stickerei), Desrues (Knöpfe), Lemarié (Federn und Blumenmacherei) oder Massaro (Stiefelmacherei) arbeiten, korrespondiert mit der handwerklichen Sorgfalt und Klasse, die die Gestaltung der Elbphilharmonie von der Fassade über die »Weiße Haut« bis zu den handgefertigten Kugellampen im Großen Saal und den Foyers auszeichnet.

Und die künstlerische Qualität der Designs von Chanel verträgt sich ebenso wenig mit Kompromissen wie das musikalische Programm der Elbphilharmonie. Für beide ist nur das Beste gut genug.

Der längste Catwalk

Der Catwalk von Ebene 16 bis hinab zur Bühne dürfte als einer der längsten in die Geschichte der Modenschauen eingehen: Jedes der Mannequins war etwa 4:45 Minuten im Großen Saal unterwegs.

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