
„Hört, hört!“ wird häufig in politischen Versammlungen getönt, wenn Thesen verkündet werden, die sich die Gegenseite hinter die Ohren schreiben sollte. Dass die Begegnung mit Musik im Konzert, dass die aktive Beschäftigung mit Musik, dass Musikmachen für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene eine Tätigkeit ist, die das Leben emotional, sinnlich und intellektuell bereichert, ist eine These, bei der man nun wirklich nicht mehr „Hört, hört!“ schreien müsste – sie steht bereits hinter allen Ohren geschrieben. Zumal in Hamburg hat sich in den letzten Jahren viel getan: Neue Angebote für junge Zielgruppen sind entstanden, alte wurden überprüft und verbessert, neue Akteure traten mit innovativen Ideen hervor. Das Angebot ist lückenlos und reicht vom Säuglingsalter bis zum Berufsanfänger, von Bergstedt nach Wil- helmsburg, von der Kindertagesstätte bis zum Campus – Nachhaltigkeit garantiert. Dennoch scheint ein „Hört, hört!“ zuweilen notwendig. Nicht immer schlagen sich Kreativität und Beharrlichkeit der Anbieter in der medialen Aufmerksamkeit nieder, nicht immer in der öffentlichen Förde- rung, nicht immer im Lohnniveau pädagogischer Mitarbeiter, nicht immer in der Stellung des Musikunter- richtes an öffentlichen Schulen. Es gilt, weiter auf Taten zu drängen, die dem Lippenbekenntnis zu mehr Kinder- und Jugendkultur zu folgen hätten. Die Broschüre „Hört, hört!“ versammelt bereits zum dritten Mal alle Angebote der sechs großen Konzertveranstalter Hamburgs für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Bereits diese gebündelte und nach Altersstufen sortierte Darstellung – ergänzt durch die wichtigsten Partner – zeigt, wie sehr das Hamburger Musikleben zusammenrückt, um eine gemeinsame Aufgabe zu schultern, deren Auswirkun- gen prägend für die zukünftige Rolle von Kultur in unserer Gesellschaft sein werden. Hat da jemand „Hört, hört!“ gerufen?